Aspects of the psychoanalytischen literature science
Kim Hill
for Professor Dr. R. Renner |
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The changed material takes figurative form, in order to
become a dream action last - the " communist manifestos dream. " *** TRANSLATION ENDS HERE *** Für uns sind dies wichtige Vorgänge, denn der Psychoanalyse nach, ist ein literarischer Text eine Art Tagestraum des Autors; die Mechanismen des Traumes funktionieren auch in der dichterischen Arbeit. Da ein Text sorgfältig im Wachleben hergestellt wird, ist er auch bewußten Vorgängen ausgesetzt, die im normalen Traum nicht gegeben sind. Daß der Autor nicht einfach vor sich hinschreibt, wie hypnotisiert, liegt auf der Hand. Die Meinungen über die Größe der Rolle des Unbewußten im Text gehen auseinander, und hängen auch von der Art der Literatur ab. Theodor Adorno schrieb dazu:
"Nur Dilettanten stellen alles in der Kunst aufs Unbewußte ab. Ihr reines Gefühl repetiert heruntergekommene Cliches. Im künstlerischen Produktionsvorgang sind unbewußte Regungen Impuls und Material unter vielem anderen." (4)Aber der Psychoanalyse nach bleibt das psychische Ziel die Wunscherfüllung - ob Traum oder Tagestraum/Phantasie, oder dichterische Arbeit; bei allen spielen "Traumarbeit"-ähnliche Mechanismen eine wichtige Rolle. Auch wichtig in Bezug auf Wunscherfüllung des Autors ist der Prozeß der "Sublimierung." Laut Freud:
"Er besteht darin, daß die Sexualbestrebung ihr auf Partiallust oder Fortpflanzungslust gerichtetes Ziel aufgibt und ein anderes annimmt, welches genetisch mit dem aufgegebenen zusammenhängt, aber selbst nicht mehr sexuell, sondern sozial genannt werden muß. Wir heißen den Prozeß ,Sublimierung', wobei wir uns der allgemeinen Schätzung fügen, welche soziale Ziele höher stellt als die im Grunde selbstsüchtigen sexuellen." (5)Insofern literarische Tatigkeit eine "Sublimierung" darstellt, kann sie als eine sozial nützliche Ableitung für psychische "Energie" dienen; Energie die sonst nach einer Verbotenen Entladung drängt. Der Autor muß seine Wunsch-erfüllenden Phantasien umarbeiten, damit sie später als Literatur Einklang beim Publikum finden. Nach Freud versteht er es:
"erstens, seine Tagträume so zu bearbeiten, daß sie das allzu Persönliche, welches Fremde abstößt, verlieren und für die anderen mitgenießbar werden. Er weiß sie auch soweit zu mildern, das sie ihre Herkunft aus den verpönten Quellen nicht leicht verraten. Er besitzt ferner das ratselhafte Vermögen, ein bestimmtes Material zu formen, bis es zum getreuen Ebenbilde seiner Phantasievorstellung geworden ist, und dann weiß er an diese Darstellung seiner unbewußten Phantasie so viel Lustgewinn zu knüpfen, daß durch sie die Verdrängungen wenigstens zeitweilig überwogen und aufgehoben werden." (6) Die Beziehung Text/Publikum wird auch von der psychoanalytischen Literaturwissenschaft behandelt. Um nur eine Theorie kurz zu erläutern, befassen wir uns mit Günter Sachs' Begriff des "gemeinsamen Tagestraumes." Sachs bezeichnet die Wirkung literarischer Texte als die eines "gemeinsamen Tagestraumes", wobei bedrohliche unbewußte Traumelemente durch die Teilnahme anderer Personen (Leser) akzeptabel gemacht werden. Durch diese "Mitträumer," laut Peter von Matt:
"wird der radikal asoziale Charakter des Tagtraums, der bewirkt, daß sich der Erwachsene seiner schämt, aufgehoben." (7) Die Gestaltung des Textes ermöglicht einen "Lustgewinn" seitens des Publikums. Nochmals Peter von Matt:
"Wir sollen angelockt werden, bis unser Unbewußtes reagiert auf die im Werk objektivierten unbewußten Elemente aus der Seele des Autors..." und: "Der Held muß eine neutrale Dimension bekommen, die vom einzelnen Leser spontan überschichtet werden kann, - als eine Art Projektionsfläche für sein eigenes größensüchtiges Ich." (8) Wir können den Text eigentlich auf drei Ebenen psychoanalytisch betrachten: Erstens die Beziehung Autor/Text (oder die Genese des Textes), zweitens die Beziehung Text/Publikum (Wirkungen des Textes auf das Publikum) und drittens der Text an sich. In dieser dritten Überlegung versucht man die Figuren und Handlungen als unabhängig-Existierende zu verstehen. In einer begrenzten Ausführung kann man der Vielfalt der psychoanalytischen Interpretationstheorien natürlich nicht gerecht werden. Um ein kurzes Beispiel psychoanalytischer Interpretation zu geben, gehen wir jetzt zu einer Betrachtung von Thomas Manns "Der Tod in Venedig" über. Thomas Mann fand die Psychoanalyse:
"eine kühne Entdeckung, einen tiefen Vorstoß der Erkenntnis, eine überraschende, ja sensationelle Erweiterung des Wissens vom Menschen." (9) Man kann seiner Begeisterung wohl entnehmen, daß er mit einer Anwendung der psychoanalytischen Interpretation an seinen Werken einverstanden wäre. Auffallend sind die Beziehungen zwischen Gustav Aschenbach und Thomas Mann; Beruf, früher Ruhm, erfolgreiche Laufbahn, geographische Herkunft, elterliche Herkünfte, sogar Charakterzüge und Gewohnheiten. Der Handlungsort der Novelle ist Venedig, eine Stadt die Mann selbst im Jahre 1911 besuchte, dem Jahr in dem das Werk enstand. Über Ahnlichkeiten seiner Reise mit der Aschenbachs schrieb Mann: "Alles war gegeben." (10) Noch wichtiger ist daß Mann und Aschenbach innere Konflikte teilten, die ihre künstlerische Arbeit verhinderten, worin man vielleicht Thomas Manns Hauptansatz zum Stück findet. Heinz Kohut abstrahiert, daß Mann seine eigenen Konflikte im "Tod in Venedig" sublimiert, um weiter arbeiten zu können. (11) In seiner Analyse unterscheidet Kohut nicht zwischen den Konflikten Manns und denen Aschenbachs. Er geht von der Annahme aus, daß ein Vaterkonflikt, also der sogenannte "Ödipuskomplex", das zentrale Thema ist. Wegen der frühkindlichen ambivalenten Haltung (Liebe/Haß) dem Vater gegenüber, wird die Vaterfigur hier in zwei Teile gespalten, den guten und den bösen Vater. Diese Figuren finden wir an mehreren Stellen im Text. Der böse Vater ist durch die Gestalten der drei bedrohlichen Fremden verkörpert. Diese Männer zeigen sich als aggressiv, stark und bedrohlich; sie beunruhigen Aschenbach. Sie stellen die furchterregenden Züge des frühkindlichen Vaterbilds dar. |
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Den guten Vater findet man in Aschenbach selbst. Indem er Tadzio liebt und schützt, erfüllt er seine eigenen Wünsche, als Sohn so behandelt zu werden. Auf der anderen Seite beneidet er Tadzio um diese Behandlung, und von daher kommen seine feindseligen Gedanken, Tadzio gegenüber. Nach Kohut wird Aschenbachs Vaterhaß im großen letzten Traum offen gezeigt, wo der "fremde Gott" umgebracht ("getötet und verschlungen" Kohut S.188) werde. In Aschenbachs ästhetischen Überlegungen zu Tadzio, und in seiner Idealisierung Tadzios als vollkommene Form, sieht Kohut die Sublimierung sexueller Leidenschaft. Diese Sublimierung läßt langsam nach bis zum Zeitpunkt des großen Traums, wo sie ihre Wirkung völlig verliert, und Aschenbachs sexuelle Natur sich endlich enthüllt. Kohut erwähnt drei Quellen des Traums:
Indem Aschenbach der Seuche absichtlich nicht entflieht, ist sein Tod im Grunde genommen ein Selbstmord. Kapitulation hängt auch mit der Homoerotik Aschenbachs zusammen, denn psychoanalytisch gesehen kann Homosexualität eine Kapitulation vor dem "bösen Vater" darstellen (durch die Ablehnung von Frauen als Sexualobjekten wird die sexuelle Vorherrschaft des Vaters nicht herausgefordert). Sowohl Aschenbachs ursprüngliche Sublimierung des Sinnlichen, als auch seine spätere Homoerotik läßt Rückschlüße auf Angst vor dem "bösen Vater" zu. In einer Beschreibung vom Werk Aschenbachs finden wir das Motiv der Kapitulation wieder:
"Uber den neuen, in mannigfach individuellen Erscheinungen wiederkehrenden Heldentyp, den dieser Schriftsteller bevorzugte, hatte schon frühzeitig ein kluger Zergliederer geschrieben: daß er die Konzeption ,einer intellektuellen und jünglinghaften Männlichkeit' sei, 'die in stolzer Scham die Zähne aufeinander beißt und ruhig dasteht, während ihr die Schwerter und Speere durch den Leib gehen.' Das war schön, geistreich und exakt, trotz seiner scheinbar allzu passivischen Prägung." (14) Die Männlichkeit, die hier erwähnt wird, ist "intellektuell und jünglinghaft"; sie ist nicht sexuell. Und der vermeintliche Vorbehalt, "trotz seiner scheinbar allzu passivischen Prägung," schafft eher den Eindruck einer eigentlichen "allzu passivischen Prägung." Aschenbach selbst ist passiv; er ist machtlos vor den Widersprüchen seiner Emotionens und am Ende unternimmt er nichts, um sich zu retten. Solche Passivität, wie auch weitgehende Sublimierung des Sexualtriebs und Homosexualität, gehört in psychoanalytischer Sicht zum Problemkreis des Ödipuskomplexes. Diese kurze psychoanalytische Betrachtung der Novelle hat unter anderem Manns Themen der Künstlerproblematik nicht behandelt. Aber indem sie neue Einsichten in die Hauptfigur ergibt, leistet sie literarisch Wichtiges. Überlegungen zur Persönlichkeit Gustav Aschenbachs sind wesentlich für ein Verständnis des Werks, und hier bringt die psychoanalytische Interpretation viele neue Aspekte ans Licht die sonst nicht berücksichtigt werden würden.
Literaturverzeichnis:
Fußnoten:
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